Viele Unternehmen sehen den Bedarf an Ladeinfrastruktur am eigenen Standort, stellen die Umsetzung aber zurück – insbesondere, wenn neben Mitarbeitern auch Dienstfahrzeuge, Kunden oder Besucher laden sollen. Die Sorge vor zusätzlichem Aufwand ist nachvollziehbar, lässt sich aber ausräumen: Moderne Ladeinfrastruktur ist auf die gemeinsame Nutzung durch mehrere Gruppen ausgelegt. Ein zentrales Charge Point Management System (CPMS) regelt Zugang und Tarife für jede Gruppe, ein dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung automatisch.
Welche Anforderungen stellen unterschiedliche Nutzergruppen?
Die Nutzergruppen an einem Unternehmensstandort unterscheiden sich deutlich: Die Fahrzeuge von Mitarbeitern stehen meist mehrere Stunden auf dem Parkplatz, Dienstfahrzeuge müssen zu festen Zeiten einsatzbereit sein, und Kunden oder Besucher erwarten einen unkomplizierten Zugang ohne vorherige Registrierung. Auch bei der Abrechnung gelten unterschiedliche Anforderungen, etwa wenn dienstliche und private Ladevorgänge getrennt erfasst werden müssen. Gefragt ist deshalb ein System, das diese Unterschiede abbildet, ohne dauerhaften Verwaltungsaufwand zu verursachen.
Wie lassen sich Zugang und Tarife zentral steuern?
Über ein CPMS können Ladepunkte, Nutzer und Ladevorgänge an zentraler Stelle gesteuert werden. Für jede Nutzergruppe lassen sich eigene Zugangsrechte und Tarife hinterlegen: Mitarbeiter laden zum Beispiel kostenfrei, vergünstigt oder zum regulären Tarif, Ladevorgänge von Dienstfahrzeugen werden direkt einer Kostenstelle zugeordnet, und Besucher bezahlen per Karte am Ladepunkt. Bei Bedarf können einzelne Ladepunkte für den Fuhrpark reserviert werden.
Diese Einstellungen lassen sich jederzeit ändern. Kommen weitere Elektrofahrzeuge oder neue Nutzergruppen hinzu, genügt eine Anpassung im CPMS – an der Hardware muss nichts verändert werden.
Wie wird die verfügbare Leistung verteilt?
Das dynamische Lastmanagement teilt die verfügbare Anschlussleistung automatisch auf alle Fahrzeuge auf, die gerade laden. Prioritäten, etwa für Dienstfahrzeuge mit festen Einsatzzeiten, können dabei berücksichtigt werden. So werden Lastspitzen vermieden, und der vorhandene Netzanschluss wird von allen Nutzergruppen effizient genutzt. Wie viel Leistung an Ihrem Standort verfügbar ist, klären wir im Rahmen der Planung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Reicht der Netzanschluss überhaupt?"
Welche Vorteile bietet eine gemeinsam genutzte Ladeinfrastruktur?
Mitarbeiter erhalten mit der Lademöglichkeit am Arbeitsplatz eine attraktive Zusatzleistung, der gerade ohne eigene Lademöglichkeit zu Hause den Umstieg auf Elektromobilität erleichtert. Nach derzeitiger Rechtslage ist das vom Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn gewährte Laden im Betrieb bis Ende 2030 lohnsteuerfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Die Ausgestaltung sollte im Einzelfall steuerlich geprüft werden. Kunden und Besucher nutzen ihren Aufenthalt zum Laden und profitieren von einem zusätzlichen Service. Ihr Unternehmen stärkt so seine Attraktivität als Arbeitgeber sowie die Kundenbindung und kann mit abgerechneten Ladevorgängen von Besuchern zusätzliche Einnahmen erzielen.
Was ist zu beachten, wenn auch Besucher laden?
Ladepunkte, die einem nicht näher bestimmten Personenkreis offenstehen, gelten in der Regel als öffentlich zugänglich. Für sie gelten unter anderem die Vorgaben der EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) zum Ad-hoc-Laden sowie bei einer Abrechnung nach Kilowattstunden das Mess- und Eichrecht. Diese Anforderungen berücksichtigen wir bereits bei der Auswahl der Hardware. Wie ein Ladepunkt einzustufen ist, sollte im Einzelfall geprüft werden.
Wie unterstützt ENERANDO bei Planung und Umsetzung?
Welche Nutzergruppen an einem Standort laden, ändert sich häufig mit der Zeit. Damit Ihre Ladeinfrastruktur diese Entwicklung mitgehen kann, bieten wir Planung, Aufbau und Betrieb aus einer Hand. Wir analysieren Standort, Netzanschluss sowie heutige und künftige Nutzung und entwickeln daraus ein technisches und wirtschaftliches Gesamtkonzept. Der Aufbau kann modular erfolgen: Wir installieren zunächst die aktuell benötigten Ladepunkte und bereiten Netzanschluss, Leitungswege und Verteilung bereits für weitere Nutzergruppen vor. Unser Backend auf Basis des offenen Kommunikationsstandards OCPP ermöglicht es zudem, Ladehardware unterschiedlicher Hersteller einzubinden.
Im laufenden Betrieb verwalten Sie Nutzergruppen, Zugangsrechte und Tarife zentral über unser CPMS ET|Portal. Für Besucher lässt sich das Bezahlterminal ET|Pay einbinden. Je nach Leistungsmodell übernehmen wir zudem Betrieb, Wartung und Support.
Fazit
Mehrere Nutzergruppen an einer Ladeinfrastruktur sind gut beherrschbar. Mit einem leistungsfähigen System und einer fundierten Beratung lassen sich mehrere Nutzergruppen bedarfsgerecht steuern und jederzeit ergänzen. So können Sie mit den heute benötigten Ladepunkten starten und Ihre Ladeinfrastruktur mit dem Bedarf erweitern.
Sie möchten Ladeinfrastruktur für Mitarbeiter, Fuhrpark oder Besucher aufbauen? Sprechen Sie mit uns über Ihren Standort und Ihre Anforderungen.
Häufig gestellte Fragen
Mitarbeiter und Besucher können dieselbe Ladeinfrastruktur nutzen. Über ein CPMS erhält jede Nutzergruppe eigene Zugangsrechte und Tarife. Einzelne Ladepunkte können zusätzlich für bestimmte Gruppen reserviert werden, etwa für den Fuhrpark.
Das CPMS ordnet jeden Ladevorgang über Ladekarte oder App einem Nutzer und einer Nutzergruppe zu. Dienstliche Ladevorgänge können so einer Kostenstelle zugewiesen, private Ladevorgänge gesondert erfasst und abgerechnet werden.
Nein. Weitere Nutzergruppen lassen sich jederzeit im CPMS ergänzen. Sinnvoll ist es, Netzanschluss und Leitungswege bei der Planung so vorzubereiten, dass zusätzliche Ladepunkte später ohne größere Umbauten möglich sind.
Ein Charge Point Management System (CPMS) ist die zentrale Software, über die Ladepunkte, Nutzer, Tarife und Ladevorgänge verwaltet werden. Bei ENERANDO übernimmt das ET|Portal diese Aufgabe, einschließlich Lastmanagement und Monitoring.

