In unseren Projekten bei ENERANDO erleben wir regelmäßig, dass die Diskussion zunächst bei der Hardware beginnt. Tatsächlich sollte die Auswahl der Ladestation jedoch erst am Ende eines Planungsprozesses stehen. Denn die passende Ladeinfrastruktur ergibt sich nicht aus der maximal möglichen Ladeleistung, sondern aus den Anforderungen des jeweiligen Standorts.
Ladeinfrastruktur ist heute weit mehr als die Installation einzelner Ladepunkte. Themen wie Netzanschluss, Lastmanagement, Nutzergruppen, Abrechnung, Betrieb und zukünftige Erweiterungen beeinflussen maßgeblich, welche Lösung langfristig wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist.
Bevor über Wallboxen, Ladesäulen oder Schnelllader entschieden wird, sollten zunächst einige grundlegende Fragen beantwortet werden:
Wer wird die Ladeinfrastruktur nutzen?
Wie lange stehen die Fahrzeuge typischerweise am Standort?
Welche Anschlussleistung steht zur Verfügung?
Wie viele Ladepunkte werden heute und in Zukunft benötigt?
Welche Anforderungen bestehen an Betrieb, Abrechnung und Nutzerverwaltung?
Erst wenn diese Rahmenbedingungen bekannt sind, lässt sich beurteilen, welche Ladeinfrastruktur tatsächlich zum Standort passt.
„Viele Unternehmen starten die Planung mit der Frage nach der richtigen Ladestation. Tatsächlich sollte die erste Frage jedoch lauten: Wie werden Fahrzeuge am Standort künftig genutzt und welche Energieinfrastruktur steht dafür zur Verfügung? Die Hardware ist am Ende das Ergebnis einer guten Standort- und Bedarfsanalyse – nicht deren Ausgangspunkt“, erklärt Matthias Schmid von ENERANDO.
Wallboxen gehören heute zu den am häufigsten eingesetzten System. Mit Ladeleistungen von typischerweise bis zu 22 kW eignen sie sich besonders für Standorte, an denen Fahrzeuge mehrere Stunden oder über Nacht stehen. Dazu zählen beispielsweise Wohnanlagen, Mitarbeiterparkplätze, Unternehmensstandorte, Hotels oder Fuhrparks mit planbaren Standzeiten.
Für viele dieser Anwendungen ist eine höhere Ladeleistung gar nicht erforderlich. Fahrzeuge haben ausreichend Zeit zum Laden, sodass sich eine wirtschaftliche und netzschonende Lösung realisieren lässt. Gleichzeitig sind die Investitionskosten meist überschaubar und die Integration in bestehende Gebäudestrukturen vergleichsweise unkompliziert.
Aus unserer Projekterfahrung zeigt sich jedoch, dass Betreiber die zukünftige Entwicklung häufig unterschätzen. Was heute mit wenigen Ladepunkten beginnt, entwickelt sich oft innerhalb weniger Jahre zu einem deutlich größeren Infrastrukturprojekt. Deshalb berücksichtigen wir bereits in frühen Planungsphasen Themen wie Skalierbarkeit, Lastmanagement und Netzanschlussreserven.
AC-Ladesäulen oder AC-Stationen arbeiten technisch ähnlich wie Wallboxen, sind jedoch für den professionellen Betrieb in öffentlich zugänglichen oder stärker frequentierten Bereichen ausgelegt. Typische Einsatzorte sind Kundenparkplätze, Hotels, Gastronomiebetriebe, Einkaufszentren oder kommunale Einrichtungen.
Im Unterschied zur klassischen Wallbox stehen hier häufig zusätzliche Anforderungen im Mittelpunkt. Betreiber müssen sich mit Themen wie Nutzerverwaltung, Zugangskontrolle, Eichrechtskonformität, Abrechnung und Backend-Anbindung beschäftigen. Die eigentliche Ladestation ist dabei oft nur ein Teil der Gesamtlösung.
In vielen Projekten beobachten wir, dass die langfristige Wirtschaftlichkeit einer AC-Ladelösung nicht allein durch Ladeumsätze entsteht. Vielmehr profitieren Betreiber von einer höheren Standortattraktivität, einem verbesserten Serviceangebot und längeren Aufenthaltszeiten von Kunden oder Gästen.
DC-Schnelllader kommen überall dort zum Einsatz, wo Fahrzeuge möglichst schnell wieder einsatzbereit sein müssen. Dazu zählen beispielsweise Autobahnraststätten, Logistikstandorte oder Flotten mit hoher Fahrzeugrotation.
Die deutlich höheren Ladeleistungen ermöglichen kurze Ladezeiten und schaffen damit einen echten Mehrwert für Nutzer mit engem Zeitfenster. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an den Standort erheblich.
Insbesondere die verfügbare Netzanschlussleistung wird bei Schnellladeprojekten häufig zum entscheidenden Faktor. Während einzelne Wallboxen oftmals problemlos integriert werden können, entwickeln sich größere Schnellladevorhaben schnell zu komplexen Energieinfrastrukturprojekten mit zusätzlichen Anforderungen an Netzanschluss, Trafostationen oder Energiemanagement.
Deshalb analysieren wir bei ENERANDO bereits in frühen Projektphasen nicht nur die gewünschte Ladeleistung, sondern auch die tatsächlichen Rahmenbedingungen vor Ort.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus zahlreichen Projekten ist überraschend einfach: Die Aufenthaltsdauer der Fahrzeuge ist oft wichtiger als die maximale Ladeleistung.
Viele Betreiber gehen zunächst davon aus, dass möglichst schnelles Laden automatisch die beste Lösung darstellt. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass Fahrzeuge deutlich länger am Standort stehen, als für den eigentlichen Ladevorgang notwendig wäre. Hotelgäste, Mitarbeitende oder Bewohner von Wohnanlagen benötigen in vielen Fällen keine Schnellladeinfrastruktur.
Wer das reale Nutzerverhalten analysiert, erkennt häufig, dass eine wirtschaftlichere AC-Lösung den Bedarf vollständig abdecken kann.
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, ausschließlich die Ladepunkte zu betrachten. Für den langfristigen Erfolg eines Projekts spielen zahlreiche weitere Faktoren eine wichtige Rolle:
verfügbare Anschlussleistung
Lastmanagement
Energiemanagement
Photovoltaik
Batteriespeicher
zukünftige Erweiterungen
Aus unserer Erfahrung entstehen die wirtschaftlichsten Lösungen dort, wo Ladeinfrastruktur von Anfang an gemeinsam mit der Energieversorgung betrachtet wird.
„Insbesondere bei größeren Ladeprojekten entscheidet nicht die Leistung einzelner Ladepunkte über den Projekterfolg, sondern das Zusammenspiel aus Energieversorgung, Lastmanagement und Nutzeranforderungen. Wer Ladeinfrastruktur frühzeitig in ein ganzheitliches Energiekonzept integriert, schafft meist die besseren Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen und skalierbaren Betrieb“, so Matthias Schmid.
Viele Herausforderungen wiederholen sich projektübergreifend. Besonders häufig sehen wir:
die Auswahl der Ladehardware ausschließlich nach Ladeleistung
eine fehlende Analyse des Nutzerverhaltens
eine unzureichende Berücksichtigung des Netzanschlusses
fehlende Reserven für zukünftige Erweiterungen
die Vernachlässigung von Lastmanagement und Betriebskosten
Gerade bei größeren Projekten zeigt sich immer wieder, dass die Qualität der Gesamtplanung wesentlich wichtiger ist als die Wahl eines einzelnen Produkts.
AC-Wallbox, AC-Ladesäule oder DC-Schnelllader – jede Technologie hat ihre Berechtigung. Entscheidend ist jedoch, dass die Lösung zum tatsächlichen Nutzungsprofil, zur vorhandenen Energieinfrastruktur und zu den langfristigen Zielen des Standorts passt.
Deshalb betrachten wir bei ENERANDO Ladeinfrastruktur nicht als isoliertes Hardware-Projekt. Themen wie Standortanalyse, technische Machbarkeit, Netzanschluss, Lastmanagement, Energiemanagement, Nutzerverwaltung und Betrieb sind für den langfristigen Erfolg oft ebenso wichtig wie die eigentliche Ladestation.
Wenn Sie herausfinden möchten, welche Ladeinfrastruktur zu Ihrem Standort passt, unterstützen wir Sie bei der Analyse, Planung, Umsetzung und dem langfristigen Betrieb einer zukunftssicheren Lösung. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf!
Kontakt:
ENERANDO Technologies GmbH
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Wir freuen uns darauf, Sie bei der Umsetzung Ihrer nachhaltigen Mobilitäts- und Energieprojekte zu unterstützen!