Elektromobilität wird für Hotels und Gastronomiebetriebe zunehmend zum relevanten Wettbewerbsfaktor. Immer mehr Gäste erwarten, ihr Fahrzeug während des Aufenthalts unkompliziert laden zu können. Gleichzeitig steigt auch in vielen Betrieben der Bedarf an Lademöglichkeiten für Mitarbeitende, Dienstfahrzeuge oder externe Nutzer.
In der Praxis erleben wir jedoch häufig, dass bei der Planung von Ladeinfrastruktur vor allem über die Anzahl der Ladepunkte oder die Ladeleistung gesprochen wird. Die entscheidende Frage lautet jedoch häufig: Wer lädt eigentlich am Standort?
Denn Hotelgäste laden anders als Mitarbeitende. Und genau diese Unterschiede sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Hotelgäste kommen nicht zum Laden. Sie kommen zum Übernachten, Essen, Tagen oder Entspannen. Das Laden findet während des Aufenthalts statt – häufig über mehrere Stunden oder sogar über Nacht. Dieses sogenannte Destination Charging unterscheidet sich grundlegend vom Laden am Arbeitsplatz oder von Schnellladevorgängen entlang von Verkehrsachsen.
Für Gäste ist deshalb meist nicht die maximale Ladegeschwindigkeit entscheidend. Viel wichtiger ist die Gewissheit, dass das Fahrzeug während des Aufenthalts zuverlässig geladen wird und bei der Abreise ausreichend Reichweite zur Verfügung steht.
Wer Ladeinfrastruktur für Hotels plant, sollte deshalb immer zuerst das tatsächliche Nutzerverhalten analysieren.
Eine der häufigsten Fragen bei Hotelprojekten lautet: Brauchen wir AC- oder DC-Ladepunkte?
Die Antwort hängt in erster Linie von den Nutzern und deren Aufenthaltsdauer ab.
Bei klassischen Übernachtungsgästen reichen AC-Ladelösungen in vielen Fällen vollkommen aus. Die langen Standzeiten ermöglichen eine effiziente Nutzung der vorhandenen Anschlussleistung und reduzieren oftmals den technischen sowie wirtschaftlichen Aufwand.
Anders kann die Situation bei Hotels mit hohem Tagesgeschäft, stark frequentierten Veranstaltungsbereichen oder Standorten in unmittelbarer Nähe wichtiger Verkehrsachsen aussehen. Hier können Schnellladelösungen sinnvoll sein.
Aus unserer Sicht sollte die Entscheidung jedoch nie ausschließlich anhand der Ladeleistung getroffen werden. Wichtiger sind Fragen wie:
Für Gäste zählt nicht die technische Spezifikation einer Ladestation. Sie erwarten einen einfachen und reibungslosen Ablauf. Dazu gehören beispielsweise:
Aus unserer Erfahrung beeinflussen diese Faktoren die Zufriedenheit häufig stärker als einige Kilowatt mehr Ladeleistung. Ladeinfrastruktur wird damit zunehmend Teil des Gästeerlebnisses.
Ein häufiger Planungsfehler besteht darin, alle Ladepunkte für sämtliche Nutzergruppen gleichermaßen auszulegen.
In der Praxis unterscheiden sich die Anforderungen jedoch erheblich. Ein Ladepunkt für Übernachtungsgäste erfüllt andere Aufgaben als eine Lademöglichkeit für Mitarbeitende oder Betreiberfahrzeuge. Werden diese Unterschiede berücksichtigt, lassen sich Investitionen häufig gezielter einsetzen und vorhandene Ressourcen effizienter nutzen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Anzahl der Ladepunkte, sondern die Frage, welche Funktion die einzelnen Ladepunkte im Gesamtkonzept übernehmen sollen.
Gerade im Hotelumfeld kann diese Betrachtung dazu beitragen, Nutzeranforderungen, Betrieb und Wirtschaftlichkeit besser miteinander in Einklang zu bringen.
Gerade bei öffentlich oder halböffentlich zugänglichen Ladepunkten wird die Bedeutung einfacher Zahlungsprozesse häufig unterschätzt.
Während Mitarbeitende meist über interne Berechtigungen laden, erwarten Gäste einen möglichst unkomplizierten Zugang.
Komplexe Registrierungen oder unübersichtliche Tarifmodelle können die Nutzererfahrung deutlich verschlechtern. Deshalb empfehlen wir, Abrechnung und Zahlungsprozesse bereits in der frühen Planungsphase mitzudenken – und nicht erst nach der technischen Umsetzung.
Erfolgreiche Ladeinfrastruktur besteht nicht nur aus Ladestationen.
Nutzerverhalten, Standortbedingungen, Netzanschluss, Energieversorgung, Betreiberkonzept, Abrechnung und Wirtschaftlichkeit beeinflussen sich gegenseitig. Werden diese Themen isoliert betrachtet, entstehen häufig Lösungen, die zwar technisch funktionieren, aber nicht optimal zum Betrieb passen.
Genau deshalb verfolgen wir bei ENERANDO einen ganzheitlichen Ansatz. Wir betrachten Ladeinfrastruktur nicht als Einzelprojekt, sondern als Zusammenspiel aus technischer Planung, Energieversorgung, Nutzeranforderungen und langfristigem Betrieb.
So entstehen Lösungen, die nicht nur heute funktionieren, sondern auch zukünftige Anforderungen berücksichtigen.
Hotelgäste laden anders als Mitarbeitende. Während Mitarbeitende überwiegend planbare und wiederkehrende Ladevorgänge erzeugen, erwarten Gäste eine einfache, komfortable und zuverlässige Lademöglichkeit während ihres Aufenthalts.
Für Betreiber bedeutet das: Nicht die Anzahl der Ladepunkte sollte am Anfang stehen, sondern die Analyse der tatsächlichen Nutzergruppen und ihres Ladeverhaltens.
Wer diese Faktoren frühzeitig berücksichtigt, schafft eine Ladeinfrastruktur, die technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und für Gäste attraktiv ist.
Sie planen Ladeinfrastruktur für Ihr Hotel oder Ihren Gastronomiebetrieb? Wir unterstützen Sie von der Standortanalyse über die technische Planung bis zum passenden Betreiberkonzept. Sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.